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Fritz Graf


*22.05.1936 - 27.02.2017


 

 

Ein Gro-We-Ka- Herz hat aufgehört zu schlagen

 

Rosenmontag verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit unser Senatspräsident Fritz Graf. Er war ein „Karnevalist mit Leib und Seele“. Umso mehr traf es uns alle, als wir Veilchendienstag von seinem plötzlichen Tod erfuhren. Er engagierte sich seit seinem Eintritt in die Gro-We-Ka sehr für den Verein, für den Wesselinger Karneval und für den Kinderkarneval mit seinem Kinderzug. Er besuchte nahezu jede Sitzung in Wesseling und war immer ein gern gesehener Gast. Wenn man etwas über den Karneval wissen wollte, so fragte man Fritz, er wusste immer eine Antwort, wusste viel von früher und auch von heute zu erzählen. Fritz fehlt uns sehr in seinem Wirken, seinen Ideen und seinem immensen Wissen über die Gro-We- Ka – auch über die Zeit vor seinem Eintritt. Er hat nicht nur in unserem Vorstand eine große Lücke hinterlassen.

Fritz Graf hat unsere Gro-We-Ka über viele Jahre geprägt und lebte für „grün-gelb“. Bei der Vorbereitung dieses Liederheftes, welches ihm immer sehr am Herzen lag, überlegten wir, wer wohl am besten etwas über seine Zeit in der Gro-We-ka, über seine Anfänge erzählen könnte. Er selbst hat vor einigen Jahren ein Buch über sein Leben geschrieben und so dachten wir uns: Wer könnte besser etwas aus seiner Zeit in der Gro-We-Ka zum Besten geben, als er selbst?

„Jutta und ich waren zunächst aktiv in der KG Kornblumenblau. (…) Auch zur Großen Wesselinger Karnevalsgesellschaf gab es Kontakte. Freunde von uns waren dort Mitglied und Erhard Mertin fragte uns, ob wir nicht auf einem Gro-We-Ka- Wagen mitfahren wollten. Jutta und ich sagten zu und so fuhren wir in zwei Sessionen auf einem Wesselinger Karnevalswagen der Gro-We-Ka durch die Stadt, ohne Mitglied in dieser Karnevalsgesellschaft zu sein. (…) Für Jutta und mich war dies zu Beginn der Siebzigerjahre der Einstieg ins aktive Wesselinger Karnevalsgeschehen. Doch dabei sollte es bei weitem nicht bleiben.

Eines Tages stellte sich mir der Präsident der Gro-We-Ka, Willy Kohlhaas, persönlich vor. Ich kannte ihn bereits durch seine Tätigkeit als Fahrer beim Kohlenhändler Däntler, er war Herrn Däntlers Schwiegersohn und der Inbegriff des “Kölsche Buur“. Willy Kohlhaas besuchte mich in der Firma und beklagte, dass ihm jemand im Elferrat fehle. Er fragte mich, ob ich denn nicht mitmachen und gleich jetzt im November des Jahres 1978 auf die Bühne wolle.

Das war ein überraschendes Angebot, das ich mir gut überlegen musste. Eigentlich wollte ich nicht zur Gro-We-Ka, denn man gab mir dort in jungen Jahren einen „Korb“, als ich mich anbot, Fändelschwenker zu werden. (…) Doch nach einigem Abwägen sagte ich Willy Kohlhaas zu.

Er holte mich postwendend in den Vorstand und schon nach zwei Jahren Mitgliedschaft sollte ich zum Vize-Präsidenten gewählt werden. (…) Die Amtsübergabe bestand aus einem lapidarem Übergeben von ein paar Ordnern. Aufgabe eines Vize-Präsidenten (…) ist es eine Karnevalssitzung komplett vorzubereiten und diese Planung dem Präsidenten, der Präsidentin vorzulegen.

Im Jahr 1986 (…) stand der Wunsch nach Veränderung im Raum. Während eines Stammtisches mit Vertretern aus Kommunalpolitik und Karnevalsgesellschaften beschloss man, diesem Wunsch nach Veränderung im Vorstand der Gro-We-Ka stattzugeben. Man schlug mich als neuen Präsidenten vor und wählte mich auch dieses Mal wieder einstimmig.

 

So wurde ich nolens volens zunächst zum Vize-Präsidenten und im Jahr 1986 schließlich zum Präsidenten der Gro-We-Ka. Ein Amt, das ich 21 Jahre inne hatte. (…) Im Jahr 1987 musste ich auch dann die weitaus größere Prunksitzung leiten, zu der etwa eintausend Gäste geladen wurden. Um das Ganze etwas attraktiver gestalten, beschlossen wir, dass ich den „alten Fritz“ mime, umgeben von seinem Hofstaat, verkörpert durch meine Beisitzer. Diese erste von mir geleitete Prunksitzung war sehr aufwendig und wurde zu einem fulminanten Ereignis, das ich nie vergessen werde.(…)

Ein Höhepunkt während meiner Präsidentschaft in der Gro-We-Ka war im Jahr 1996 die Einhundertjahrfeier der Großen Wesselinger Karnevalsgesellschaft 1896 e.V.. Zu diesem Anlass hatten wir das Bühnenbild im Stil jener Kneipe dekoriert, in der die Gro-We-Ka im Jahr 1896 ins Leben gerufen worden war. (…)

Mir unvergesslich ist auch meine Verabschiedung als Präsident der Gro-We-Ka im Jahr 2007. Nach 21 Jahren Präsidentschaft so, wie sie im Jahr 1986 begonnen hatte: Ich trat auf als „Alter Fritz“. Der Zeitpunkt war von mir gewählt, denn ich wollte aus eigenem Antrieb und nicht auf Grund äußerer Nötigung zurücktreten. Es war eine große Feier, sämtliche Wesselinger Vereine standen Spalier und das Korps bot eine Showeinlage dar. Man ernannte mich zum Ehrenpräsidenten (…)“

Hier endet die Erzählung in seinem Buch, es wurde wohl kurz nach dieser Zeit gedruckt. Fritz wurde im Mai nach seiner letzten Prunksitzung zum Senatspräsidenten gewählt und hielt dieses Amt bis zu seinem Tod inne. Auch in dieser Zeit war er noch sehr aktiv im Vorstand tätig und prägte die Gro-We-Ka maßgeblich.

Fritz, wir vermissen dich sehr. Feiere mit den Engeln im Himmel weiter Karneval, wie du es hier unten mit uns getan hast. Die Paveier singen in ihrem Lied „Im Himmel jitt et kein Kamelle“, aber wir sind sicher, dass du die da oben ab sofort einführen wirst.

 

Fändelschwenker der GRO-WE-KA 1896 e.V | Layout by Jessica